Grablegungsgruppe Stadtpfarrkirche

Jahr
2015/2016
Auftraggeber
Stadtpfarre Hl. Blut, Graz
Auftrag
Partielle Freilegung, Einrichten der verzogenen Holzteile und Restaurierung
Team
Dr. Heidelinde Fell, Dorota Seman, Moritz Thümmel
Grablegungsgruppe bestehend aus Christus, Josef v. Arimathäa und Nikodemus
Künstler unbekannt, außergewöhnlich qualitätsvolle Holzskulpturen aus der 2. Hälfte des 17. Jh

Zustand vor Beginn der Restaurierung
  • Oberfläche sehr stark verschmutzt.
  • Fassung in großen Bereichen extrem instabil, zahlreiche ältere und neuere Abplatzungen, ausgeprägte Blasenbildung, Malschicht stark gefährdet weiter abzuplatzen.
  • Zahlreiche Schwundrisse im Holz und geöffnete Leimfugen. Im Bereich des Fußes von Josef von Arimathäa ist ein weit geöffneter, stark deformierter Riss im Holz erkennbar, die Figurengruppe ist dadurch statisch akut gefährdet.
  • An der Hand von Christus sind zwei Finger abgebrochen und fehlen. Da es sich zu einem großen Teil um akute Klimaschäden handelt, sollte die Restaurierung Anlass geben, auch über eine geänderte Präsentation nachzudenken: Schutz vor Berührung und Schäden durch zu trockene Luft im Winter. Überlegt werden sollte auch eine Aufstellung gemeinsam mit den beiden, aktuell an einem Seitenaltar positionieren Grabwächterfiguren.
  • Die Fassung wurde im Laufe der Geschichte mehrmals übermalt bzw. übermalend retuschiert: teilweise lasurhaft, teilweise deckend und weit über die Fehlstellen hinaus. Insgesamt weist sie ein sehr fleckiges Erscheinungsbild auf. Im Zuge der letzten Restaurierung wurden weite Bereiche der Figurengruppe freigelegt (Inkarnate und Mäntel), dabei aber die originale Farbe mechanische schwer beschädigt. Bei den bereits freigelegten Bereichen wurden Reste der Übermalung stehen gelassen.

Restaurierziel
Beheben der statischen Gefährdung, Konservieren der originalen Fassung, Wiederherstellen der Lesbarkeit durch partielle Nachfreilegungen

2015/2016 durchgeführte konservatorische und restauratorische Maßnahmen:
  • Befundung des Fassungsaufbaues
  • Äußerst umfangreiche Festigung der Fassung
  • Sorgfältige Reinigung
  • Neueinrichten des gebrochenen Fußes mit Hilfe eines Gerüstes in welches die einzelnen Figuren hineingehängt und dadurch entlastet werden
  • Holzfestigung
  • Verleimen und Verfüllen der Risse im Holz
  • Abnahme der großflächigen Übermalungen und mechanische Nachfreilegung an der Christusfigur
  • Reduktion bzw. Abnahme alter Verkittungen
  • Schnitztechnisches Ergänzen der beiden fehlenden Finger
  • Konturgetreues Verkitten der zahlreichen Fehlstellen
  • Körperarmer Firnisauftrag
  • Umfangreiche, konturgetreue Retuschen
Die Restaurierung wurde vor Ort in der Grazer Stadtpfarrkirche durchgeführt.

 

Dipl. Restauratorin



Atelier für:

Restaurierung von Gemälden, Tafelbildern,
gefassten Holzskulpturen, Zierrahmen und Vergoldungen

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